Jahreszeitentisch FAQ

Wie gestalte ich meinen Jahreszeitentisch richtig „Waldorf“?

diese Frage wird und so oft gestellt.

Wie geht Jahreszeitentisch richtig „Waldorf“? hier in unserem Jahreszeitentisch FAQ findest Du unsere Antwort.

Zu dieser Jahreszeit, wenn das Schuljahr beginnt, tretet ihr immer wieder mit der gleichen Frage an uns heran: Wie macht man den Jahreszeitentisch richtig? Wie geht richtig Waldorf? Das Jahreszeitentisch FAQ ist unsere Antwort darauf.

Unsere Antwort:

Richtig oder falsch waldorf gibt’s nicht. Es kommt auf das Gefühl an. Bleib bei Dir und Deinen Kindern und mach Dich frei von äußeren Einflüssen.

Beim Jahreszeitentisch geht es für uns vor allem darum, eine Verbindung mit dem Rhythmus der Natur zu erleben und zu feiern.

Er kann auch in der Großstadt helfen, überhaupt mitzubekommen, wie sich die Natur verändert und alles immer wieder aufeinander folgt.

Der Jahreszeitentisch ist ein Platz zum Staunen, Träumen, Erzählen, Spielen und natürlich eine Ausstellung für all die gefundenen Schätze, die Kinder von draußen mitbringen: Steine, Blätter, Eicheln, Zweige, Mini-Blumensträuße…

Wie siehst Du das? Was bedeutet der Jahreszeitentisch für Dich? Schreib es in die Kommentare zu unserem Instagram-Beitrag, ich freue mich auf den Austausch und bin gespannt!

Nun wollen wir aber doch auch noch die gängigsten Fragen beantworten:

Eure Fragen – Unsere Antworten im Jahreszeitentisch FAQ

Brauche ich unbedingt aufwendige Figuren wie Wichtel, Elfen oder Zwerge? +

Nein, auf gar keinen Fall. In der Waldorfpädagogik geht es immer darum, den Geist der Kinder anzuregen, nicht ihnen fertige Endprodukte zu präsentieren. Der Jahreszeitentisch soll die Fantasie deines Kindes anregen, und das gelingt am besten, wenn dein Kind sich selbst mit diesem Ort verbinden kann. Wenn du die perfekte Geschichte erzählst, weil du selbst Freude daran hast, machst du das für dich, nicht für dein Kind. Das darf auch so sein, vielleicht genießen deine Kinder das sehr. Aber es muss nicht sein.

Es reicht, wenn die Figuren nur angedeutet sind. Sie brauchen kein ausgearbeitetes Gesicht. Es reicht, wenn dein Kind darin einen Wichtel erkennt. Und wenn du deine Figuren lieber selbst machst, auch wenn sie ganz unperfekt aussehen: In der Fantasie deines Kindes sind sie trotzdem ein Zwerg, auch wenn ein abgeklärter Erwachsener das vielleicht kaum erkennen mag.

Was gehört wann auf den Tisch – welche Farben, welche Symbole zu welcher Jahreszeit? +

Klar, es gibt die Klassiker. Im Frühling nehmen wir Pastelltöne, helles Blau und Rosa. Im Sommer gehen wir über zu saftigem Grün. Im Spätsommer wird es mehr Gelb. Im Herbst sind wir bei Orange, zu Michaeli auch mit Rot. Und im Winter sind wir wieder bei Blau und Weiß, zurückgenommener, natürlicher in den Farben.

Aber auch das ist keine feste Regel, sondern eine Tradition, die dir vielleicht am Anfang hilft, überhaupt loszulegen. Und sie ist eurozentrisch geprägt: Je nachdem, wo du gerade lebst, hast du ja ganz andere Jahreszeiten. Es macht zum Beispiel keinen Sinn, im September in Australien orangefarbene Kürbisse aufzustellen, wenn dort gerade Frühling ist. Mach es einfach so, wie es für dich und deine Kinder richtig ist.

Darf mein Kind den Jahreszeitentisch anfassen und damit spielen, oder ist er nur zum Anschauen? +

Meine Haltung ist da ganz klar: Ein Kind darf immer spielen. Ich weiß, dass viele das anders sehen, aber ich bin da eindeutig.

Muss der Jahreszeitentisch christlich geprägt sein? Was mache ich, wenn mir das zu religiös ist? +

Ganz klar: Wenn dir das zu religiös ist, dann mach es nicht christlich, nicht religiös. Der Jahreszeitentisch feiert die Natur, keine Religion. Du kannst ihn genauso gut muslimisch prägen, wenn du magst, ich bin da längst nicht die Einzige, die zum Beispiel Ramadan auf den Jahreszeitentisch bringt. Du darfst ihn in deiner eigenen Religion gestalten. Aber in erster Linie ist er ein Ort, um den Rhythmus der Natur zu erleben und zu feiern, und das hat mit Religion nichts zu tun.

Ich hab keinen Platz für einen richtigen Tisch – reicht auch eine Fensterbank, eine Kommodenecke oder ein Regalbrett? +

Ja, das reicht. Was für dich richtig ist, reicht. Viele nehmen mittlerweile einen kleinen Festtagsring und stellen ihn einfach auf ein Tablett. Auch die Fensterbank sehe ich ganz oft, und eine kleine Obstkiste, an die Wand geschraubt, habe ich auch schon oft gesehen.

Wie fange ich als absoluter Neuling überhaupt an, ohne dass es überfordernd wird? +

Entspannt. Sag dir immer wieder: Es gibt kein Richtig und kein Falsch. Mach es so, dass es dir und deinen Kindern Spaß macht. Wenn ihr es nicht gerne macht, dann macht ihr etwas falsch.

Ganz, ganz viele von euch machen den Jahreszeitentisch mittlerweile auch einfach ganz klein. Bei mir hier im Atelier steht er zum Beispiel nur auf einer kleinen Kommode. Und ganz beliebt sind inzwischen auch die Festtagsringe. Deswegen gibt es übrigens alle unsere Figuren auch als Stecker für den Festtagsring. Schreib es bei Deiner Bestellung einfach dazu.

Unsere Blumenkinder für den Jahreszeitentisch

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