
Und letzte Woche habe ich meine erste eigene Palette bekommen. 540 Tiegel. Gestapelt. Bereit.
-Imke-
Ich glaube, Filzwachs ist gerade erwachsen geworden.
Ich zum Glück noch immer nicht :o)
Irgendwo in meinem Atelier steht noch ein kleines Marmeladenglas. Es hat Farbpunkte auf dem Deckel – Spuren von all den Jahren, die es schon auf dem Ateliertisch verbracht hat. Darin: die allererste Charge Filzwachs, die ich je gekocht habe. Kein Etikett, kein Logo, kein Plan. Und Filzwachs Spezial noch nichtmal eine Idee…

Daneben steht der erste richtige Tiegel. Das Etikett habe ich in einer Hauruck-Aktion selbst gebastelt – mit meinem Foto drauf, handgeschrieben, wie es damals eben war. Der Deckel ist inzwischen kaputt. Was mich im Nachhinein nicht wundert, denn diese frühen Tiegel waren, sagen wir mal, noch nicht ganz auf der Höhe des Inhalts.
Dann kam das Gebrauchsmuster vom Deutschen Patent- und Markenamt. Was folgte war die Entwicklung der farbneutralen Variante „Filzwachs Spezial“. Nochmal ganz zurück ans Reißbrett sozusagen. Konsistenz passte lange nicht. Parallel liefen die Alterungsversuche, die zeigen sollten, wie die Autopolymerisation (so heißt es in technisch, wenn das Wachs an der Luft verfestigt) der neuen Rezeptur verlief. Und ich mein wir cool: nach einigen Monaten schon hatte ich die Rezeptur fertig und sie war bereit für den Einsatz bei Euch!
Dann der erste Spezial-Tiegel – mit einem goldenen Deckel: Den allerersten (auf dem Bild der 4. von links) hab ich selbst mit Acrylfarbe bemalt, weil ich sehen wollte, wie das Design so aussieht. Die Goldpunkte auf den selbstgedruckten Etiketten habe ich von Hand mit einem Acrylstift aufgemalt, einen nach dem anderen. Weil ich die Idee mit dem goldenen Punkt als Wiedererkennungsmerkmal im Logo so toll fand. Ich hab schon überall kleine goldene Punkte gesehen – auf Stickern, Tiegeln, Postkarten. Plötzlich wr ich richtig verliebt in goldene Punkte.
Dann kamen die gedruckten Aufkleber und damit ging das Verpacken dann deutlich schneller! Was für eine Erleichterung.
Dann der echte goldene Deckel. So so schön!
Und dann das Drama…
Ich muss euch etwas erzählen.
Die letzten Wochen waren ein bisschen stressig – und weil ich nicht so eine bin, die ihre Probleme nach außen trägt, habt ihr davon wahrscheinlich gar nichts mitgekriegt. Ihr habt bunte Bilder bekommen und schöne Figuren. Das ist auch gut so. Aber jetzt ist etwas passiert, worüber ich unbedingt reden möchte. Weil es sich nämlich richtig, richtig gut anfühlt.
Der goldene Deckel und das Problem dahinter
Filzwachs Spezial – das mit dem goldenen Deckel. So viele von euch haben es bestellt, so viele liebe Nachrichten habe ich darüber bekommen. Und dann, irgendwann, waren die Tiegel weg. Nicht das Wachs. Die Tiegel.
Goldene Deckel, die zu diesen kleinen Glastiegel passen – die gibt es weltweit nicht mehr zu vernünftigen Preisen. Ich habe zwischendurch tatsächlich Tiegel für drei Euro das Stück gekauft, nur um weiter liefern zu können. Wer rechnen möchte: bei dem Preis war die Marge exakt null. Und niente. Aber ich wollte für euch liefern. Das war mir wichtiger.
Die letzten rund 40 Tiegel mit goldenem Deckel sind gerade noch im Shop. Wenn sie weg sind, sind sie weg.
Was jetzt kommt – und warum ich gerade so glücklich bin
Mein kleines Filzwachs-Ideechen ist mittlerweile ein richtiges kleines Start-up geworden. Und dieses Start-up hat sich einen professionellen Händler gesucht – ein echtes Familienunternehmen, wie ich es mir nicht schöner hätte wünschen können. Die Firma heißt Huttenlocher GmbH – genauer: die Wandel Packaging Group aus Neckartailfingen in Baden-Württemberg, geführt von Markus Wandel, Christine Huttenlocher-Wandel und Stefan Wandel. Sie vertreiben Verpackungsmaterialien, und ich kann nur sagen: die waren so unfassbar nett am Telefon. Die haben mich wirklich unterstützt. Ganz, ganz herzlichen Dank an das gesamte Team von Huttenlocher – ich bin eine sehr glückliche Kundin.
Mit ihrer Hilfe habe ich jetzt etwas bekommen, das ich lange gesucht habe:
Neben einem verlässlichen regionalen Partner eine Reduzierung des Kunststoffanteils in der Verpackung und einfach:
Wunderschöne, hochwertige Opalglas-Tiegel mit stabilen weißen Deckeln für das farbneutrale Filzwachs Spezial.

Warum Opalglas? Weil normales weißes Glas UV-Licht durchlässt – und das würde die Haltbarkeit des Filzwachses beeinträchtigen. Opalglas schützt den wertvollen Inhalt vor frühzeitiger Alterung. Das war nicht verhandelbar, denn sowohl Filzwachs Original als auch Filzwachs Spezial verfestigen sich unter UV-Einstrahlung.
Die Deckel sind aus Aminoplast – einem Duromer, der schon seit Jahrzehnten für hochwertige Gebrauchsgegenstände eingesetzt wird. Weiß, lichtecht, geruch- und geschmacklos, mit einer Haptik, die fast keramisch wirkt. Schwer, satt, dicht.
Und was den Verschluss so hervorragend dicht macht: ein kleines Schaumstoffpölsterchen aus Polyethylen (PE) im Deckelinneren. PE ist von allen Kunststoffen der einfachste – nur Kohlenstoff und Wasserstoff, keine Sauerstoffverbindungen, keine giftigen Bestandteile. Wenn schon Kunststoff, dann bitte so. Und dank dieses Pölsterchens schließt der Deckel so satt, dass das kleine Plastikscheibchen, das die alten Tiegel noch hatten, komplett wegfällt. Weniger Verpackungsmaterial. Das spricht mir aus der Seele.
Einige von euch haben die neuen weißen Tiegel übrigens schon – Huttenlocher hatte mir in der Engpasszeit kurzerhand Probetiegel geschickt, damit ich überhaupt liefern konnte. Wer jetzt schon einen weißen Tiegel hat, der hat ihn dank dieser großzügigen Geste.
540 Tiegel im Keller
Ich habe meine erste eigene Palette bekommen. 540 Tiegel. Sie stehen jetzt bei mir, weiß und ordentlich gestapelt, und ich muss zugeben: ich habe sie eine Weile einfach nur angeschaut.

Vor ein paar Jahren war Filzwachs eine Mischung, die ich im Atelier angesetzt hatte, weil mich etwas störte und ich eine Lösung brauchte. Dann kamen die Kommentare. Dann das Gebrauchsmuster. Dann der Shop. Das Filzwachs Spezial. Und jetzt eine Palette.
Ich bitte euch also herzlich: bestellt weiter mein Filzwachs Spezial … Nicht aus Pflicht, sondern weil ich sonst die nächsten hundert Jahre Tiegel in meinem Keller stehen habe und mir etwas anderes überlegen muss. 😄
Das Ziel bleibt
Ich arbeite weiter daran, die Verpackung vollständig plastikfrei zu bekommen. Glasdeckel, Metalldeckel – ich schaue, ich teste, ich frage. Das ist ein Prozess, und ich bin auf dem Weg.
Aber für jetzt? Für jetzt bin ich eine ziemlich glückliche kleine Unternehmerin, die in ihr Start-up hineinwächst, eine Palette im Keller stehen hat und jeden Tag Nachrichten von Menschen bekommt, denen Filzwachs wirklich weiterhilft.
Danke. Wirklich. Ohne euch wäre das alles nicht möglich.
Habt es schön, Eure Imke
Filzwachs Spezial – jetzt im neuen weißen Opalglas-Tiegel – gibt es im Shop auf filzwachs.de. Die letzten Tiegel mit goldenem Deckel sind ebenfalls noch verfügbar, solange der Vorrat reicht.



